SeniorPartner helfen im Alltag zu Hause

Das Freiwilligenprojekt SeniorPartner Diakonie will Menschen helfen, im Alter ihren Alltag in den eigenen vier Wänden zu meistern. Dafür übernehmen qualifizierte Freiwillige die Aufgaben, die Angehörige, Nachbarn oder Freunde nicht immer leisten können: Besorgungen erledigen, Hausarbeiten, kleine Reparaturen, aber auch Spaziergänge oder einfach nur freundliche Zusprache. Die Helfer kümmern sich um den Kontakt zu Pflegediensten oder Ämtern oder fahren ihre Klienten zum Arzt.

Damit erleichtern sie den Senioren den Alltag oder verschaffen pflegenden Angehörigen einmal ein wenig Zeit zum Ausspannen.

Das Projekt ist ein Angebot des Diakonie-Hilfswerks im Diakonischen Werk Hamburg. Die Diakonie unterhält fünf Standorte in der Hansestadt. Von hier aus wird die Hilfe für die umliegenden Stadtteile organisiert. Wer Interesse an einem Freiwilligen von der SeniorPartner Diakonie hat oder selbst seine Hilfe anbieten möchte, kann sich direkt an einen der fünf Standorte wenden oder Kontakt aufnehmen unter www.seniorpartner-diakonie.de/.

2 Meinungen von Lesern zu diesem Artikel


  1. Senioren ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu ermöglichen ist vordergründig Aufgabe der Gesellschaft. Dort, wo sich die Gesellschaft an Helfern bedient um unseren Mitmenschen ein würdevolles Leben in Selbstbestimmtheit zu ermöglichen, werden Angebote wie die SeniorenPartnerschaft der Diakonie zum Wohle der Betroffenen geschaffen.

    Ich hoffe, dass dieses Projekt zum Wohl der Senioren weiterverfolgt wird.

  2. Kranke pflegen – das ist eine der sieben christlichen Barmherzigkeiten. Solange sie aus der persönlichen Motivation des Einzelnen heraus erfolgt, ist diese barmherzige Hilfeleistung eine ebenso gute wie einfache – wenn auch sicher nicht unbedingt leichte -Tat. Im 16. Jahrhundert hat der Theologe Vinzenz von Paul damit begonnen, diese Werke der Barmherzigkeit zu institutionalisieren. Er gründete die “Bruderschaft der Damen der christlichen Liebe“, eine karitative Frauenvereinigung adliger Damen, die sich um Arme und Kranke sorgte.

    Vinzenz von Paul wurde unter anderem für diesen christlichen Geniestreich heilig gesprochen, legte er doch mit seinen barmherzigen Damen den Grundstein für die heutige Caritas bzw. für die kirchliche Wohlfahrt. Während diese in anderen Ländern bis heute der vinzentinischen Grundstruktur treu geblieben und eine rein ehrenamtliche Organisation geblieben ist, haben die kirchlichen Wohlfahrtsverbände die Werke der Barmherzigkeit mithilfe des Subsidiaritätsprinzips professionalisiert. Das ist gut. Denn einer stets wachsenden Zahl von Hilfebedürftigen stehen qualitativ messbare Hilfeleistungen zur Verfügung. Theoretisch zumindest.

    Jedes Messergebnis hängt von den Kriterien des Prüfenden ab. So variiert die Qualität der Kindererziehung in den vielen Kindertagesstätten, der Altenpflege in den ambulanten und stationären Diensten, der Beratung und Unterstützung in den sozialen Zentren je nach Standpunkt und Sichtweise des Betrachters. Das ist zwangsläufig so, in einer Dienstleistungsgesellschaft. Und natürlich ist ein kirchlicher Dienstleister davon nicht ausgenommen.

    Dienstleister? Doch genau hier liegt die Crux. Irgendwann im Laufe der Entwicklung von den barmherzigen Damen des Heiligen Vinzenz zu den in Dienstkleidung und entsprechenden Dienstfahrzeugen Barmherzigkeit anwendenden Damen hat sich diese Barmherzigkeit gewandelt. Von einer geleisteten Hilfe zu einer Hilfeleistung. Hilfe wie Dienst. Nun ist Dienst am Nächsten etwas durchaus christliches. Ein Dienstleister allerdings dient weniger, als er leistet. Über die Zwänge des Sozialmarktes seit der Pflegereform ist längst alles gesagt worden, in allen Variationen. Menschliche Gesundheit und Wohlergehen sind zu Gütern geworden. Das ist gut, denn sie sind tatsächlich die höchsten individuellen Güter einer sozial verantwortlichen Gesellschaft. Güter im marktwirtschaftlichen Sinne jedoch sind Handelswaren, ihre Qualität Verhandlungssache. Und genau in diesem Spagat befinden sich – zwangsläufig – die “kirchlichen Dienstleister”. Gutes tun und die Tat gut abrechnen. Ein nicht zu überbrückender Spagat? Oder eine Kreativität verlangende Herausforderung?


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