Pflege-Dialog: Politik berät sich mit Pflegeexperten

Pflege auf politischer Ebene: Am 7.12.2010 lud Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler verschiedene Fachexperten aus der Pflege nach Berlin zum Gespräch. Das Treffen hatte den inhaltlichen Schwerpunkt „Sicherstellung der Nachwuchsgewinnung und drohender Fachkräftemangel in der Pflege“. Konsens bestand bei Maßnahmen wie z.B. eine Reform der Ausbildung (stärkere Zusammenführung von Alten- und Krankenpflege) sowie die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen.

„Politisches Pflegejahr 2011“

Diese erste Runde bildete die Auftaktveranstaltung zu weiteren Gesprächsrunden im nächsten Jahr, das durch Minister Rösler zum „politischen Pflegejahr 2011“ erklärt wurde. Die in den nächsten Monaten geplanten Treffen, werden u.a. Themen wie die Unterstützung von Pflegebedürftigen, Stärkung von Angehörigen, Begutachtung und Finanzierung beinhalten. Damit reagiert die Regierung auf eine immer größere werdende Zufriedenheit mit dem Pflege- und Krankenpflegebereich: Fachkräftemangel, fehlender Nachwuchs, insgesamt ungenügende Rahmenbedingungen für eine zufrieden stellende, qualitativ hochwertige Pflege von Patienten.

Rückmeldungen

Sowohl der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) als auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV)  begrüßen den Dialog. So befürwortet Gernot Kiefer, Vorstand des GKV Spitzenverbandes, das Bestreben seitens der Politik bessere Rahmenbedingungen, v.a. hinsichtlich der Unterstützung von Pflegekräften im Alltag sowie von Angehörigen, zu schaffen.

Andreas Westernfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, bezeichnete diese Auftaktveranstaltung als Meilenstein, da die Probleme des Pflegebereichs erkannt wurden und nun auf politischer Ebene verbindliche Lösungen gesucht werden können und sieht den ersten Schritt für eine gemeinsamen Entscheidungsweg vollbracht.

Das Pro Pflege-Selbsthilfenetzwerk ist jedoch der Meinung, dass die Gesprächsrunde sich bis jetzt nicht mit den wirklichen Problemen des Pflegesystems auseinandergesetzt hat. Ansätze wie der Abbau der Bürokratisierung und die Anstellung von Pflegekräften aus dem Ausland, um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, seien keine optimalen Lösungen, um sich dem vorrangigen Problem – dem Pflegenotstand – zu widmen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Auftaktveranstaltung finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

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Eine Meinung von Lesern zu diesem Artikel


  1. [...] den zwei vorangegangenen Treffen wurden alle Anregungen zusammengetragen, die die Situation der Pflegeberufe verbessern sollen und es wurde erörtert, wie man künftig pflegende Angehörige wirksam [...]


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