Pflegereform – Unions-Nachwuchs fordert zügige Reform

Die geplante Pflegereform sorgt für Unmut innerhalb der Berliner Regierungskoalition. Eine Gruppe von 22 vorwiegend jüngeren Abgeordneten der Unionsparteien veröffentlichte Anfang August ein gemeinsames Positionspapier, in dem sie mehr Tempo bei der Lösung der sich anbahnenden Finanzierungskrise im Pflegebereich anmahnen. Die Parlamentarier befürchten, dass gewisse Kräfte innerhalb der Koalition “die dringend notwendige Umgestaltung der Pflegeversicherung auf die lange Bank schieben oder sich mit einem Mini-Umbau begnügen wollen“.

Dabei seien im Jahr 2020 laut einer zeitgleich veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IDW) rund ein Drittel mehr Pflegekräfte als heute nötig, um den steigenden Pflegebedarf zu decken. Bis 2050 würde sich die Zahl der Pflegebedürftigen sogar verdoppeln, da ab 2030 die sogenannten „Baby-Boomer“ aus den geburtenstarken 1950- und 60-er Jahren den 80. Geburtstag überschreiten. Dem stehen allerdings immer weniger Beitragszahler gegenüber. Um den drohenden Finanzkollaps zu verhindern, fordern die Unionsabgeordneten deshalb den zügigen Aufbau eines Kapitalstocks nach dem Vorbild der Riester-Rente.

YouTube Preview Image

Eigentlich sollten bis zur Jahresmitte die Eckpunkte für eine umfassende Pflegereform festgezurrt sein, doch der Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums und unterschiedliche Vorstellungen innerhalb der Regierungsparteien verzögerten die Planungen. Nun will der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bis September konkrete Pläne präsentieren, laut „Süddeutscher Zeitung“ gebe es aber auch Überlegungen innerhalb der Koalition, das umstrittene Thema auf die kommende Legislaturperiode zu vertagen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung, diskutieren Sie mit …

4 Meinungen von Lesern zu diesem Artikel


  1. Es muss unbedingt etwas passieren. Ich glaub der demografische Wandel trifft uns deutlich früher und härter als bisher von vielen erwartet. Finanzierbar ist das Ganze sowieso nicht mehr, daher wird die einzige Alternative die Pflicht zum Abschluss einer privaten Pflegeversicherung sein.

  2. Hallo liebe Blogger,
    ich denke, gerade die Problematik des Pflegesektors ist noch sehr, sehr unterentwickelt. Sicherlich der Bereich Heimpflege, ambulaten Pflege, häusliche Pflege ein sehr kostenintensiver Bereich, aber man muss immer schauen an welcher Stelle man sparen will. In diesem Bereich sollte nicht gespart werden. Ein Blick auf die Kosten ist okay. Aber das Pflege sollten nicht zu allererst mit Kosten assoziiert werden. Sicherlich ist es in Ordnung Kosten abzuwägen und ich möchte auch nicht darlegen, dass sofort alle Pflegemaßnahmen gebilligt und finanziert werden,ich möchte lediglich die Bedeutung des Bereichs Pflege hervorheben. Wir werden alle mal betroffen sein. Ich selber arbeite in einem Altenheim in Lübeck. Ich kann nur sagen, dass unsere Personalsituation und Personaldichte gerade ausreichend ist. Aber viel Anfrage ist nicht da. Auch in diesem Bereich sollte der Pflegebereich noch sensibilisiert werden.

    Bis dahin, viele Grüße,

    Elise

  3. Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

  4. Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert


Kommentar schreiben