Private Pflege

Was Sie in der Wohnung beachten müssen

Wenn Sie sich entschieden haben, einen pflegebedürftigen Angehörigen in dessen eigenen vier Wänden zu betreuen, sollten Sie einige wichtige Vorbereitungen treffen. So kann sich der Betroffene frei und sicher in seiner gewohnten Umgebung bewegen, ohne dass er ständig unter Aufsicht stehen muss.

Private PflegeGrundsätzlich sollten Sie die Wohnung zunächst einmal nach Stolperfallen absuchen. Gehen Sie dafür selbst durch die Wohnung, ohne die Füße hoch anzuheben. Sind die Türschwellen möglichst flach? Können sich Teppich oder Bodenbeläge lösen und Hindernisse darstellen? Gibt es frei herumliegende Stromkabel? Ist der gesamte Boden rutschfest?

Beachten Sie dabei, dass sich Pflegefälle in der Regel unsicherer bewegen. Kontrollieren Sie deshalb, ob es überall ausreichend Licht gibt. Bewegungsmelder sollten – auch in der Nacht – auf jeden Gang des Betroffenen reagieren und seinen Weg mit Licht bahnen. Begutachten Sie auch die Stabilität der Handläufe an Treppen, die beidseitig vorhanden sein sollten. Die erste und letzte Stufe einer Treppe kann farblich gekennzeichnet werden.

Anschließend sollte man – speziell bei Demenzkranken – die bessere Orientierung ermöglichen. Bringen Sie Türschilder an und weisen Sie mit farbigen Markierungen oder Leuchtstreifen die wichtigsten Wege. Akustische Bewegungsmelder können Warngeräusche aussenden, etwa vor einer Treppe.

Die freie Bewegung des Betroffenen endet freilich dort, wo seine Sicherheit gefährdet ist. Deshalb sollte man selbstverständlich Grundstück bzw. Garten einzäunen und vor allem nachts Türen und Fenster sichern und vielleicht mit akustischen bzw. optischen Warnmeldern ausstatten.

Die Sicherheit steht auch bei den nächsten Schritten im Mittelpunkt. Liegen Werkzeuge, Chemikalien, Putzmittel oder Feuerquellen wie Streichhölzer oder Kerzen frei herum?

Erkunden Sie, wie man diese sicher verwahren kann. Haben die technischen Geräte einen Überhitzungsschutz bzw. eine Abschaltautomatik?

Ähnliche Sicherheitstechniken gibt es für Wasserhähne und Duschen, denen man eine Wassersperre einbauen kann. Im Bad herrscht eine besonders große Rutschgefahr. Fixieren Sie deshalb den Badvorleger und bekleben Sie die Nasszonen wie Dusche oder Badewanne mit Anti-Rutsch-Materialien. Heißwasserbereiter am besten von vornherein auf eine niedrige Temperatur einstellen. Natürlich sollten überall feste Haltegriffe angebarcht sein, um Stürze zu vermeiden. Bei Problemen sollte man den Zugang zu Küche und Bad versperren.

Und: selbstverständlich sind Rauchmelder und Notrufanlagen unerlässlich.