Pflegekräfte aus Osteuropa

Pflege ist teuer. Rund 10.500 Euro kostet eine professionelle Vollzeitpflege derzeit in Deutschland. Wenn die Fachkraft beim Pflegebedürftigen einzieht, kostet es 6.100 Euro. Angesichts der Kosten engagieren viele eine Pflegekraft aus Osteuropa. Schon für 1.550 Euro gehen Altenpflegerinnen aus Polen oder Rumänien deutschen Senioren zur Hand. Mittlerweile sind nach einer Studie des Deutschen Instituts für Angewandte Pflege in Berlin rund 95.000 bis 100.000 Pflegekräfte aus Osteuropa in Deutschland tätig.

Doch diese Hilfe bewegt sich häufig am Rande der Legalität. Kunden riskieren Bußgelder, Nachzahlung von Sozialbeiträgen oder sogar Gefängnisstrafen. Das gilt vor allem, wenn die Pflegekräfte schwarz beschäftigt werden. Doch auch wenn man die Hilfe anmeldet, kann man Probleme bekommen. Denn häusliche Pflege gilt nicht als Dienstleistung, darf also grenzüberschreitend nicht angeboten werden. Und auch eine Entsendebescheinigung, mit denen die Osteuropäerinnen nach Deutschland vermittelt werden dürfen, bietet keine Sicherheit – sie ist häufig gefälscht, die fälligen Sozialversicherungsbeiträge werden dann im Heimatland statt in Deutschland entrichtet. Auf Nummer sicher geht man mit der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV), die legal Haushaltshilfen aus Osteuropa vermittelt.

Doch auch dann muss man immer noch beachten, welche Arbeiten eine Hilfskraft aus Osteuropa übernehmen darf und welche nicht. Denn Pflegebedürftige ab der Pflegestufe I dürfen zwar eine Haushaltshilfe beschäftigen, nicht aber eine Pflegekraft. Das bedeutet, die Hilfskraft darf putzen, kochen oder die Wäsche waschen. Schon die Körperpflege oder die Stütze beim Gehen fallen aber bereits in den Pflegebereich und damit in eine juristische Grauzone. Eindeutig verboten sind medizinische Tätigkeiten wie Medikamentenabgabe, Wundversorgung oder Hilfe beim Toilettengang.

Einen Ausweg bieten ambulante Pflegedienste, bei der sich die Unterstützung durch eine Pflegekraft und die Haushaltshilfe gegenseitig ergänzen. So bleiben die Pflegeaufgaben in professionellen – und legalen – Händen, der Pflegebedürftige kann zuhause wohnen bleiben, und die Betreuung bleibt in einem finanziell überschaubaren Rahmen.

Eine Meinung von Lesern zu diesem Artikel


  1. Die Möglichkeiten, aber auch die Risiken der Beschäftigung einer osteuropäischen Hilfskraft wurden hier wunderbar erklärt.
    Gerade wenn es um Legalität und Professionalität einer Hilfe aus Osteuropa geht, ist die Wahl der Vermittlungsagentur ausschlaggebend. So findet die häusliche Rundum-Betreuung auf legalem Boden und auf hohem Niveau statt.


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